ISFA 3v3 World Cup 2024 in Riga | Asphalt Wien
Spielszene beim ISFA World Cup in Riga
ISFA World Cup

Riga 2024, die erste 3v3 Weltmeisterschaft

30 Teams aus aller Welt, zwei Tage in einer alten Fabrikhalle und ein Finale, das am Ende im 1 gegen 1 entschieden wurde.

Datum 1. und 2. November 2024 Ort Dzintars Factory, Riga, Lettland Lesezeit 5 Minuten
Format
3 gegen 3Gruppenphase und K.o.-Runde
Teams
30Qualifiziert über nationale Turniere
Austragung
1. und 2. 11. 2024Riga, Lettland
Veranstalter
ISFA und Ghetto GamesAusrüster: Jugador
Weltmeister
StreetKingsNiederlande

Am 1. und 2. November 2024 hat der Straßenfußball zum ersten Mal einen offiziellen Weltmeister bekommen. Zwei Tage Riga, 30 Teams aus fünf Kontinenten und eine Fabrikhalle, die für ein Wochenende zum Zentrum der Szene wurde.

Ein Turnier, das es vorher nicht gab

Die erste offizielle ISFA 3v3 Street Football Weltmeisterschaft wurde gemeinsam mit Ghetto Games ausgetragen und hat neue Maßstäbe gesetzt. Am Start waren 30 Teams, die sich zuvor in nationalen Qualifikationsturnieren durchgesetzt hatten, unter anderem aus Australien, Brasilien, Deutschland, Japan, den USA und den Niederlanden.

Für eine Sportart, die jahrzehntelang ohne Verband, ohne Tabelle und ohne offizielle Titel ausgekommen ist, war das ein Einschnitt. Zum ersten Mal ging es nicht nur um den Respekt am Platz, sondern um einen Titel, den niemand mehr wegdiskutieren kann.

Die Halle der Dzintars Factory während des Turniers
Zwei Tage Weltmeisterschaft in der Dzintars Factory. Foto: Asphalt Wien

Der Weg nach Riga

Die Vorbereitungen liefen über Monate und waren alles andere als selbstverständlich. Ein wichtiger Partner in der Umsetzung war Jugador, der für jedes teilnehmende Team eigens gestaltete Trikots bereitgestellt hat.

Neben der sportlichen Qualifikation mussten viele Teams Visafragen und die Finanzierung der Reise lösen. Einige konnten kurzfristig nicht anreisen und mussten ersetzt werden, aus den ursprünglich geplanten 32 Mannschaften wurden am Ende 30. Dass fast alle rechtzeitig in Lettland standen, war für sich genommen schon eine Leistung.

Wie man sich qualifiziert

Der Weg zur Weltmeisterschaft führt über nationale Turniere. In Österreich haben wir den Qualifier gemeinsam mit Kings of Klessheim und ISFA Street auf den David Alaba Court geholt. Wer dort gewinnt, spielt im National Final um den Startplatz.

Eine Fabrikhalle statt Zeppelinhangar

Die Location war die nächste Hürde. Geplant war der Riga Central Market in einem historischen Zeppelin-Hangar, wegen Bauverzögerungen ging das nicht. Gefunden wurde stattdessen die Dzintars Factory, und im Nachhinein war das ein Glücksfall. Roher Beton, hohe Fenster, Tribünen dicht am Spielfeld. Genau die Kulisse, in der Straßenfußball hingehört.

Tag 1, die Gruppenphase

Am 1. November ging es mit der Gruppenphase los. Schon in den ersten Partien war klar, mit welcher Intensität hier gespielt wird. Das erste Tor der Weltmeisterschaft erzielte Kato aus Japan, ein Moment, den man nur einmal vergeben kann. Übertragen wurde das gesamte Turnier über einen professionellen Livestream.

Das erste Tor einer Weltmeisterschaft fällt nur ein einziges Mal. Kato hat es sich geholt.

Am Spielfeldrand in Riga

Tag 2, die K.o.-Phase

Am 2. November wurde es ernst. Besonders dramatisch verlief die Partie zwischen Deutschland und China, in der Enis Djebbi mit einem spektakulären Tor den Aufstieg seines Teams sicherte. Brasilien zog mit seiner Technik das ganze Turnier über die Blicke auf sich.

Das Finale

Im Endspiel standen sich StreetKings aus den Niederlanden und Joga3 aus Belgien gegenüber. Beide Teams hielten dagegen, entschieden wurde die Weltmeisterschaft schließlich in einem 1 gegen 1 zwischen Jim Nelen und George Ntiamoah. Nelen behielt die Nerven und machte die StreetKings zum ersten offiziellen 3v3 Weltmeister.

Weltmeister StreetKings

Niederlande. Erster offizieller Weltmeister im 3v3 Straßenfußball, entschieden im 1 gegen 1.

PlatzTeamLand
01StreetKingsNiederlande
02Joga3Belgien
03San Diego FCUSA
Zwischen den Spielen und auf der Tribüne. Fotos: Asphalt Wien

Bilder aus Riga

Riga hat gezeigt, wohin die Reise geht. Der Straßenfußball hat jetzt eine Bühne, auf der Technik, Kreativität und Fairplay vor Publikum und Kamera bestehen müssen. Wir waren beim ersten Mal dabei und wollen beim nächsten Mal ein österreichisches Team mitbringen.

Julian Stieger
Geschrieben von Julian Stieger

Gründer von Asphalt Wien, zuständig für Organisation und Events. In Riga meistens dort, wo der Spielplan gerade brannte.

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