Am 1. und 2. November 2024 hat der Straßenfußball zum ersten Mal einen offiziellen Weltmeister bekommen. Zwei Tage Riga, 30 Teams aus fünf Kontinenten und eine Fabrikhalle, die für ein Wochenende zum Zentrum der Szene wurde.
Ein Turnier, das es vorher nicht gab
Die erste offizielle ISFA 3v3 Street Football Weltmeisterschaft wurde gemeinsam mit Ghetto Games ausgetragen und hat neue Maßstäbe gesetzt. Am Start waren 30 Teams, die sich zuvor in nationalen Qualifikationsturnieren durchgesetzt hatten, unter anderem aus Australien, Brasilien, Deutschland, Japan, den USA und den Niederlanden.
Für eine Sportart, die jahrzehntelang ohne Verband, ohne Tabelle und ohne offizielle Titel ausgekommen ist, war das ein Einschnitt. Zum ersten Mal ging es nicht nur um den Respekt am Platz, sondern um einen Titel, den niemand mehr wegdiskutieren kann.
Der Weg nach Riga
Die Vorbereitungen liefen über Monate und waren alles andere als selbstverständlich. Ein wichtiger Partner in der Umsetzung war Jugador, der für jedes teilnehmende Team eigens gestaltete Trikots bereitgestellt hat.
Neben der sportlichen Qualifikation mussten viele Teams Visafragen und die Finanzierung der Reise lösen. Einige konnten kurzfristig nicht anreisen und mussten ersetzt werden, aus den ursprünglich geplanten 32 Mannschaften wurden am Ende 30. Dass fast alle rechtzeitig in Lettland standen, war für sich genommen schon eine Leistung.
Wie man sich qualifiziert
Der Weg zur Weltmeisterschaft führt über nationale Turniere. In Österreich haben wir den Qualifier gemeinsam mit Kings of Klessheim und ISFA Street auf den David Alaba Court geholt. Wer dort gewinnt, spielt im National Final um den Startplatz.
Eine Fabrikhalle statt Zeppelinhangar
Die Location war die nächste Hürde. Geplant war der Riga Central Market in einem historischen Zeppelin-Hangar, wegen Bauverzögerungen ging das nicht. Gefunden wurde stattdessen die Dzintars Factory, und im Nachhinein war das ein Glücksfall. Roher Beton, hohe Fenster, Tribünen dicht am Spielfeld. Genau die Kulisse, in der Straßenfußball hingehört.
Tag 1, die Gruppenphase
Am 1. November ging es mit der Gruppenphase los. Schon in den ersten Partien war klar, mit welcher Intensität hier gespielt wird. Das erste Tor der Weltmeisterschaft erzielte Kato aus Japan, ein Moment, den man nur einmal vergeben kann. Übertragen wurde das gesamte Turnier über einen professionellen Livestream.
Das erste Tor einer Weltmeisterschaft fällt nur ein einziges Mal. Kato hat es sich geholt.
Am Spielfeldrand in Riga
Tag 2, die K.o.-Phase
Am 2. November wurde es ernst. Besonders dramatisch verlief die Partie zwischen Deutschland und China, in der Enis Djebbi mit einem spektakulären Tor den Aufstieg seines Teams sicherte. Brasilien zog mit seiner Technik das ganze Turnier über die Blicke auf sich.
Das Finale
Im Endspiel standen sich StreetKings aus den Niederlanden und Joga3 aus Belgien gegenüber. Beide Teams hielten dagegen, entschieden wurde die Weltmeisterschaft schließlich in einem 1 gegen 1 zwischen Jim Nelen und George Ntiamoah. Nelen behielt die Nerven und machte die StreetKings zum ersten offiziellen 3v3 Weltmeister.
Niederlande. Erster offizieller Weltmeister im 3v3 Straßenfußball, entschieden im 1 gegen 1.
| Platz | Team | Land |
|---|---|---|
| 01 | StreetKings | Niederlande |
| 02 | Joga3 | Belgien |
| 03 | San Diego FC | USA |
Bilder aus Riga
Riga hat gezeigt, wohin die Reise geht. Der Straßenfußball hat jetzt eine Bühne, auf der Technik, Kreativität und Fairplay vor Publikum und Kamera bestehen müssen. Wir waren beim ersten Mal dabei und wollen beim nächsten Mal ein österreichisches Team mitbringen.
Gründer von Asphalt Wien, zuständig für Organisation und Events. In Riga meistens dort, wo der Spielplan gerade brannte.



